Andreas Günther

 

Angefangen habe ich mit Karate 1984. Ich war fasziniert von der Bewegung, der Ästhetik und Kraft und dem neuen Körpergefühl.

 

1985 war meine erste Begegnung mit Efthimios Karamitsos. Seine Dynamik, Schnelligkeit und Präsenz veränderten meine Einstellung zu Karate grundlegend und weckten in mir den Wunsch, dies auch zu können.

Ab da wusste ich: Das ist mein Karate.

 

Es folgten regelmäßige Lehrgänge mit dem damaligen Bundestrainer Hideo Ochi, mit Taiji Kase, Hiroshi Shirai und natürlich bei E. Karamitsos. Ein Höhepunkt war das Training bei Mikio Yahara 1996 in Maintal.

 

Nach meiner aktiven Wettkampfzeit (wie damals üblich in Kata und Kumite) änderte sich meine Zielsetzung im Karate. Im Training stand nicht mehr das Gewinnen von Wettkämpfen im Mittelpunkt, sondern die Lehren der alten Meister aus Okinawa und Japan, allen voran Gichin Funakoshi, Masathoshi Nakayama und Morihei Ueshiba.

 

Eine neue, tiefgreifende Erfahrung war die Begegnung mit Prof. Karlfried Graf Dürckheim.

Er hatte in seinem 10jährigen Japanaufenthalt das Land und die Seele der Japaner kennen gelernt. Seine Ausführungen über die japanische Kultur sowie Hara und ZEN am Beispiel des japanischen Bogenschießens, das er selbst beherrschte, zeigten mir die andere, bei uns vernachlässigte Seite der schönen japanischen Künste.

 

Eine weitere wichtige Erfahrung war die Begegnung mit Fritz Nöpel. Seine Art Karate zu demonstrieren, seine Konsequenz und Energie, aber auch seine Natürlichkeit und Bescheidenheit haben meinem Karate eine neue Richtung hinzugfügt, für die ich ihm immer dankbar sein werde.

 

2009 verwirklichte ich einen lange gehegten Traum: meine Vision von einem eigenen, klassischen Dojo, in dem traditionelles Karate gelehrt wird. Es sollte eine Begegnungsstätte von Menschen sein, die Karate, Budo und Japan lieben. Hier sollten sich Tradition und Moderne treffen. Dies führte zur Gründung von Ken Shin Kai Maintal, dem Dojo für traditionelles Karate Do.

 

Die Bezeichnung traditionell bezieht sich nicht nur auf das Training an sich, sondern vor allem auf die Bewahrung der traditionellen Werte der alten Meister aus Okinawa und Japan.

 

In diesem Sinne trainiere ich bis heute bei Efthimios Karamitsos im Budocenter Frankfurt.